
Wie bringe ich meinem Hund "Sitz" bei?
"Sitz" ist meist das erste Kommando, das Hund und Halter gemeinsam lernen und genau das macht es zu einem guten Einstieg in die Grunderziehung. Wer hier von Anfang an sauber aufbaut, legt gleichzeitig die Basis für jedes weitere Kommando: sitzen bleiben, warten, sich konzentrieren.
Diese Grundregeln gelten für jedes Kommando
Bevor es ans "Sitz" selbst geht, lohnt sich ein Blick auf drei Punkte, die für jedes Training gelten – unabhängig davon, was der Hund gerade lernen soll:
Trainiert wird zunächst an einem ruhigen, ablenkungsfreien Ort. Erst wenn eine Übung dort zuverlässig klappt, wird die Schwierigkeit langsam gesteigert: mehr Menschen, mehr Geräusche, mehr Bewegung in der Umgebung.
Genauso wichtig: Trainiert wird nur, wenn beide Seiten der Leine dafür bereit sind. Ein gestresster Halter überträgt seine Anspannung auf den Hund, und ein übermüdeter oder abgelenkter Hund kann in dem Moment schlicht nicht aufnehmen, was gerade von ihm verlangt wird.
Und zuletzt: Jede Trainingseinheit endet mit einem Erfolgserlebnis – lieber eine Übung früher beenden, wenn es gerade gut lief, als eine Wiederholung zu viel zu verlangen.
So baust du "Sitz" Schritt für Schritt auf
Zu Beginn nimmst du ein kleines Leckerli in die Hand und zeigst es deinem Hund, damit er weiß, worum es geht. Der ausgestreckte Zeigefinger kommt gleich mit dazu. Er wird später zum Sichtzeichen für "Sitz", das auch auf Distanz funktioniert.
Jetzt gibt es zwei Wege: Entweder führst du die Hand mit dem Leckerli ganz langsam über die Nase des Hundes nach hinten, sodass er den Kopf anhebt und dabei automatisch das Hinterteil absenkt. Oder du wartest mit dem ausgestreckten Zeigefinger erst einmal ab, was passiert. Viele Hunde setzen sich von selbst hin, sobald sie beginnen, den Kopf zu heben.
Entscheidend ist der Moment: Genau dann, wenn sich der Hund hinsetzt, kommen Lobwort (z.B. "Super", "Prima" etc.) und Leckerli. Das Kommandowort "Sitz" fällt an dieser Stelle noch nicht. Der Hund soll die Bewegung zunächst mit einer angenehmen Folge verknüpfen, bevor ein Wort dazukommt.
Dieses Prinzip – erst die Handlung mit einer positiven Konsequenz verknüpfen, dann erst das Wortsignal ergänzen – ist die Grundlage der positiven Verstärkung und funktioniert bei praktisch jedem Kommando gleich.
Nach etwa fünf Wiederholungen machst du eine Pause von 3-5 Minuten: kurz spielen, trinken lassen, durchatmen. Danach wird der erste Teil noch einmal wiederholt.
Klappt das zuverlässig, folgt wieder eine kurze Pause. Erst jetzt, in der nächsten Runde, kommt das Wort "Sitz" dazu: Genau dann, wenn der Hund sich hinsetzt, sagst du "Sitz" und gibst ihm das Leckerli.
Von hier an heißt es: üben, üben, üben. In immer neuen Situationen, mit wachsender Ablenkung, bis "Sitz" auch dann klappt, wenn gerade ein anderer Hund vorbeiläuft oder Besuch vor der Tür steht.
Und wenn es nicht auf Anhieb klappt?
Manche Hunde setzen sich partout nicht von selbst hin, andere lassen sich nur ungern am Kopf führen. Das ist normal und kein Grund zur Sorge – jeder Hund bringt ein anderes Bewegungs- und Lernmuster mit. Wichtig ist, in diesem Fall nicht nachzuhelfen, indem man den Hund ins Hinterteil drückt: Das baut eher Druck als Vertrauen auf.
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