Dog-Blog: Wissenswertes rund um den Hund

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Wissenswertes rund um den Hund

10. Juni 2026

Vet-Wissen: Parvovirose beim Hund - eine unterschätzte Gefahr

Die Parvovirose zählt weltweit zu den bedeutendsten Viruserkrankungen des Hundes. Trotz verfügbarer Impfstoffe treten immer wieder Krankheitsfälle auf, insbesondere bei ungeimpften Hunden. Aufgrund ihres oft schweren Verlaufs und der hohen Ansteckungsgefahr gehört die Parvovirose zu den Erkrankungen, über die jeder Hundehalter informiert sein sollte.

Das Parvovirus ist hoch ansteckend. Infizierte Hunde scheiden große Mengen des Virus über den Kot aus. Andere Hunde können sich durch direkten Kontakt mit infiziertem Kot oder indirekt über kontaminierte Gegenstände anstecken.

Besonders problematisch ist die hohe Widerstandsfähigkeit des Virus. Es kann unter günstigen Bedingungen über Monate bis sogar Jahre in der Umwelt infektiös bleiben. Schuhe, Kleidung, Hundeleinen, Näpfe oder Fahrzeugreifen können das Virus ebenfalls verbreiten.

Deshalb können sich Hunde auch an Orten infizieren, an denen sich kein erkennbar kranker Hund aufhält.

Wie erkenne ich Parvovirose?

Die ersten Symptome treten meist drei bis sieben Tage nach der Ansteckung auf.

Typische Anzeichen sind:

  • starke Mattigkeit und Teilnahmslosigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Fieber
  • Erbrechen
  • starker Durchfall
  • häufig blutiger und übelriechender Durchfall
  • Austrocknung durch Flüssigkeitsverlust
  • Gewichtsverlust
  • Kreislaufprobleme

Vor allem Welpen können sich innerhalb weniger Stunden deutlich verschlechtern. Deshalb sollte bei Verdacht auf Parvovirose umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

Wie kann ich meinen Hund schützen?

Der wichtigste Schutz gegen Parvovirose ist die Impfung.

Die Weltorganisation der Kleintierärzte (WSAVA) zählt die Parvovirose-Impfung weltweit zu den sogenannten Kernimpfungen ("Core Vaccines"). Das bedeutet, dass jeder Hund unabhängig von Haltung, Lebensstil oder Wohnort gegen diese Erkrankung geschützt werden sollte.

Welpen erhalten mehrere Impfungen im Rahmen der Grundimmunisierung. Anschließend sind Auffrischungsimpfungen gemäß den Empfehlungen des Tierarztes erforderlich.

Zusätzlich helfen Hygienemaßnahmen dabei, das Infektionsrisiko zu reduzieren. Einen vollständigen Schutz vor einer Ansteckung bietet jedoch nur die Impfung.

Fazit

Die Parvovirose ist eine hoch ansteckende und potenziell lebensbedrohliche Viruserkrankung. Besonders Welpen und ungeimpfte Hunde sind gefährdet. Die Symptome entwickeln sich häufig sehr schnell und erfordern eine sofortige tierärztliche Behandlung.

Die gute Nachricht: Durch eine konsequente Impfung lässt sich das Erkrankungsrisiko erheblich reduzieren. Deshalb gehört die Parvovirose-Impfung zu den wichtigsten Gesundheitsmaßnahmen für jeden Hund.

Quellen

Day, M. J., Horzinek, M. C., Schultz, R. D. & Squires, R. A. (2024): WSAVA Vaccination Guidelines for the Vaccination of Dogs and Cats. World Small Animal Veterinary Association.

Greene, C. E. (Hrsg.) (2022): Infectious Diseases of the Dog and Cat. 5. Auflage. Elsevier.

Mylonakis, M. E. & Kalli, I. (2018): Canine Parvoviral Enteritis. In: Greene, C. E., Infectious Diseases of the Dog and Cat. Elsevier.

Merck Veterinary Manual: Canine Parvovirus Infection (Parvoviral Enteritis in Dogs).

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